Diabetes mellitus (Blutzucker)

Der Diabetes kann in zwei Formen auftreten:

1. Es besteht ein echter Mangel an Insulin, wie wir es bei jungen Diabetikern finden (Typ I-Diabetes), oder

2. es ist genügend Insulin vorhanden, es wird aber durch vermehrtes Fettgewebe inaktiviert (Typ II-Diabestes, früher auch Altersdiabetes genannt.

Die Übergänge zwischen beiden Typen sind aber fließend. Der Typ II- Diabetiker ist aber immer dickleibig und hat in den frühen Phasen der Krankheit sogar hohe Insulinwerte im Blut! Das Körperfett inaktiviert das Insulin und die Bauchspeicheldrüse versucht das inaktivierte Insulin durch vermehrte Ausschüttung zu ersetzen. Dadurch kommt es aber im Laufe der Jahre zu einer Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse, so dass auch hier irgendwann ein echter Insulinmangel eintritt.

Hieraus ergibt sich auch schon der Ansatz der Behandlung:

Der Diabetiker, dem Insulin fehlt (Typ I), braucht es. Diese Diabetiker kommen um das mehrfach tägliche Insulinspritzen nicht herum.

Derjenige, der sein Insulin durch sein Körperfett inaktiviert (Typ II), muss abnehmen. Man kann die Blutzuckereinstellung durch Medikamente unterstützen, die die Zuckerverbrennung fördern (Metformin) und auch durch solche, die seine Bauchspeicheldrüse zu noch vermehrter Aktivität anregen. Ob das allerdings auf Dauer so sinnvoll ist, darüber kann man streiten. Letztlich arbeitet die Bauchspeicheldrüse bei dickleibigen Menschen ohnehin schon auf Hochtouren. 

Die Einstellung des Diabetes erfolgt durch die Messung des Blutzuckers und des HBA1c im Blut. Das HBA1c  spiegelt den mittleren Blutzucker der letzten Monate wieder. Die Blutzucker-Messung erfolgt  am besten durch den Patienten selbst.  Eine ideale BZ-Einstellung wäre ein normaler morgendlicher Nüchtern-BZ , d.h. unter 110 mg%. Das ist aber oft nicht zu erreichen, denn je intensiver der Diabetes behandelt wird, desto eher kann es zu Unterzuckerungen (Hypoglykämien) kommen. Sie machen sich durch Schwitzen, Händezittern und Müdigkeit bemerkbar. Dies ist besonders nachts gefährlich, wenn der Patient  durch die Symptome nicht erwachen sollte und so die Unterzuckerung während des Schlafes nicht bemerkt wird. Unsere Gehirnzellen können sich nur von dem Blutzucker ernähren. Häufige Unterzuckerungen bergen sicher die Gefahr einer Schädigung unserer Hirnzellen.

Das bedeutet, das die BZ-Einstellung der Situation des Patienten angepasst werden muss.  Der allein lebende ältere Mensch ist durch Unterzuckerungen sicher mehr gefährdet, als durch mögliche Spätschäden durch die Krankheit.

Die wichtigsten Spätschäden, die sich nach Jahren oder Jahrzehnten bemerkbar machen sind:

1. Die Arteriosklerose und ihre Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine.

2. Die Polyneuropathie mit Nervenschmerzen und Lähmungen.

3. Die Retinopathie des Auges, die bis zur Erblindung führen kann.

4. Die Nierenschädigung, die letztlich zur Dialyse führen kann.

Um sie zu vermeiden, ist das Ziel: Den Blutzucker durch Gewichtskontrolle, Ernährung und Medikamente optimal einstellen, aber  Unterzuckerungen zu vermeiden!